Burning Spear ist einer der renommiertesten Roots-Künstler Jamaikas, der Rastafarianische Spiritualität mit starker sozialer Kritik verbindet. Winston Rodney's charakteristischer Sound basiert auf seinen gesungenen Vokalen, die von sanften Harmonien begleitet werden, wobei die Texte Unterdrückung thematisieren und zugleich spirituelle Hingabe und kulturenen Stolz feiern. Er unterscheidet sich von seinen Zeitgenossen durch die Tiefe seiner Überzeugungen – Teil Prediger, Teil Historiker – und durch seine Fähigkeit, diese Überzeugungen in Musik zu übersetzen, die über Generationen hinweg ressoniert.
Geboren wurde Rodney 1948 in St. Ann's Bay und wurde von Bob Marley, einem weiteren Einwohner von St. Ann's, nach Kingston geleitet und von Produzent Coxsone Dodd im Studio One vorgestellt. Er debütierte in den frühen 1970er Jahren als Teil eines Duos, bevor er zu einer Trio-Formation erweitert wurde und 1972 mit "Joe Frazier (He Prayed)" einen jamaikanischen Hit erzielte. Nachdem er Studio One verlassen hatte, war seine Zusammenarbeit mit Produzent Jack Ruby entscheidend: Das 1975 erschienene Album *Marcus Garvey* wurde zu einem der bedeutendsten Werke Jamaikas und brachte ihn in die internationale Öffentlichkeit. Von dort an verfolgte Rodney eine produktive Solokarriere unter seiner eigenen Burning Spear-Plattform, erhielt in den 1980er und 1990er Jahren mehrere Grammy-Nominierungen und gewann schließlich 1999 mit *Calling Rastafari* den Grammy. Seine frühen Werke sind ein Meilenstein des Roots-Reggae, während sein über Jahrzehnte andauerndes Touring-Programm ihn als überzeugenden Live-Interpreten etablierte.